Unser Verein

C H R O N I K

( zusammengestellt von Antje Coenen-Hons )

 

Der Kreispferdezuchtverein Rhein-Erft e.V. kann auf eine langjährige Tradition zurückblicken.

 

In den Jahren vor dem 2. Weltkrieg, als der Zuchtverein im Altkreis Bergheim noch unter der Bezeichnung Kreisfachschaft Pferdezucht Bergheim auftrat, war man bereits auf eine Selektierung in der Pferdezucht bedacht, die sich damals auf die Zucht von leistungsstarken Kaltblütern für die Arbeit in der Landwirtschaft konzentrierte. Wie die aus dieser Zeit noch vorhandenen Unterlagen belegen, fand hier im Jahr 1937 beispielsweise eine Zugleistungsprüfung für Kaltblutpferde statt, bei der die Pferde 24 km im Schritt in einer Höchstzeit von 10 Min / km zurücklegen mussten. Die Provinzial-Pferdeschau in Köln im selben Jahr wurde mit 16 Pferden aus dem Kreis Bergheim beschickt, von denen 14 prämiert werden konnten. Kreistierschauen fanden zu dieser Zeit im Rythmus von 2 Jahren statt

 

 

Bekannte Kaltbutzuchtstätten dieser Zeit waren Contzen, Geretzhoven; Herzogenrath, Ingendorf  (damals noch Landkreis Köln); Lothmann, Frauweiler; Kemmerling, Buchholz; Voiss, Kerpen; Klein,Pliesmühle; Esser, Kerpen-Breitmaar; Faßbender, Kerpen- Sindorf;  Schüller, Bergerhausen; Thuir, Blatzheim;  Zillikens, Asperschlag und Togrund, Etgendorf.

 

 

Das Foto zeigt die Stutensammlung der Zuchtstätte Herzogenrath, die auf der Provinzial-Pferdeausstellung in Krefeld 1950 einen ersten Preis belegen konnte.

 

 Der Förderung der Rheinisch-Deutschen Kaltblutzucht diente auch die Gründung des "Hengsthaltungsvereins Bergheim-Erft" im Jahr 1941. Der Verein verfolgte dieses Ziel mit dem Ankauf qualitativ hochwertiger Hengste mit anschließender Bereitstellung für die Züchter des Kreises. Im Gründungsjahr umfaßte der Bestand 6 Hengste; die Höchstzahl von 7 vereinseigenen Beschälern war im Jahr 1947 zu verzeichnen.

 

Die Zahl der Mitglieder im Kreispferdezuchtverein varriierte im Laufe der Jahre ziemlich stark. Während vor dem Krieg noch über 200 Mitglieder mit ca. 250 Kaltblutstuten angeschlossen waren, sank diese Zahl Anfang der 50-er Jahre auf Grund der aufkommenden Motorisierung in der Landwirtschaft deutlich. So umfaßte der Verein im Jahr 1954 nur noch 90 Mitglieder. Auch der Hengsthaltungsverein Bergheim mußte auf Grund mangelnder Nachfrage im Jahr 1955 seinen letzten Hengst "Falko" abgeben und wurde 1958 aufgelöst. Als dann Anfang bis Mitte der 60-er Jahre die Zucht allmählich und nach anfänglichen Schwierigkeiten auf Warmblutpferde und verschiedene andere Rassen umgestellt wurde, um dem steigenden Bedarf an Sport- und Freizeitpferden Rechnung zu tragen, erhöhte sich die Anzahl der Mitglieder wieder deutlich. Warmblutzüchter der ersten Stunde im Kreis Bergheim waren Walter Hensen, Rheidt; Hedwig und Horst Ense, Niederbolheim und Theo Viehof, Haus Hahn.

 

 

 

Im Bild zu sehen ist Walter Hensen mit seiner Stammstute "Waldeiche" v. Wöhler.

Eine Veränderung brachte das Jahr 1975, als im Rahmen der damals durchgeführten kommunalen Neugliederung Teile des Kreises Euskirchen und des Landkreises Köln nunmehr dem Altkreis Bergheim zugeteilt wurden, so dass sich das Kreisgebiet deutlich erweiterte. Unter dem neuen Oberbegriff "Züchterzentrale Rhein-Erft" sind seitdem der Kreispferdezuchtverein Rhein-Erft sowie die Rinder- und Schweinezuchtvereine des Kreises tätig.

 

 

Nur ein Beispiel für die hervorragenden Pferde aus dem Rhein Erft-Kreis ist die auf dem Foto abgebildete "Enterprise", eine Ehrensold - Perser xx -Tochter aus der Zucht von Herbert Hillebrand, Bergheim und im Besitz von Horst Ense, Niederbolheim, die 1982 DLG-Siegerstute in München werden konnte.

 

Der Kreispferdezuchtverein, der der Förderung der Pferdezucht auf Kreisebene dient, veranstaltet zu diesem Zweck neben seinen für die Zuchtbuchführung des Rheinischen Pferdestammbuches erforderlichen Arbeiten außerdem regelmäßig Fortbildungs-Seminare sowie Lehr- und Besichtigungsfahrten. Zudem ist er Ausrichter der alljährlich stattfindenden Fohlenschau und Stuteneintragung. Diese Veranstaltung wurde lange Jahre auf dem schönen Gelände des Gestütes Tanneck der Familie Graf, dann der Familie Zölzer ausgetragen, bevor im Jahr 2007 auf Grund deutlich rückläufiger Bedeckungszahlen eine Zusammenlegung mit einem anderen Kreisverband erforderlich wurde. Seit dieser Zeit finden die Stuten- und Fohlenschauen in Zusammenarbeit mit der Züchterzentrale Mönchengladbach-Grevenbroich-Neuss auf der Anlage des Schlosses Wickrath statt.

Fohlenschau Tanneck 2005 Fohlenschau Tanneck 2005

Die Vorsitzenden, die die Geschicke  des Kreispferdezuchtvereins Rhein-Erft maßgeblich mitbestimmt haben, waren im einzelnen :

- Stefan Contzen, Geretzhoven           bis  1953

- Gerhard Lothmann, Frauweiler      1954 - 1972   

- Franz-Josef Graf, Tanneck            1972 - 1975

- Horst Ense, Niederbolheim           1975 - 1991

- Walter Hensen, Bergheim-Rheidt  1992 - 1998

- Georg Kellerwessel, Köln                seit 1999

 

Als Kreistierzuchtberater, die nicht nur für die Belange der Pferdezüchter, sondern auch für den Bereich Rinder- und Schweinezucht zuständig waren, sind im Laufe der Jahre Alois Herchenbach, Willi Kamp, Ludger Kley-Steverding und heute Silvia Schroers um die Tierzucht bemüht gewesen.

 

Im Rhein-Erft-Kreis sind heute zahlreiche sehr erfolgreiche Züchter beheimatet. In der Warmblutzucht beispielsweise ist die Zuchtstätte Leonie und Georg Kellerwessel aus Köln zu nennen, die u.a. bereits mit mehreren gekörten Hengsten und Eliteschau-Siegerstuten aufwarten kann.

 

 

 

 

Im Bild zu sehen ist die  "StPrSt Siena" , abstammend von Sunny-Boy - Werther, die 2006 Siegerstute war und auch auf dem Dressurviereck bereits erste Erfolge feiert.

Bei den Reitponys ist insbesondere der Zuchthof Claren aus Pulheim hervorzuheben, der u.a. durch mehrere Bundeschampions auf sich aufmerksam machte.

 

 

 

 

 

 

 

Das Foto zeigt "Dear Bönni", der 2002 das Bundeschampionat der 3-jährigen Reitponys gewann. Sein Vater Diddi Keeps Cool, ebenfalls Bundeschampionatssieger, entstammt bereits der Zucht der Familie Claren.

Auch in der Kaltblutzucht ist der Rhein-Erft-Kreis hocherfolgreich; so konnten die Eheleute Faßbender aus Kerpen-Sindorf schon zahlreiche sehr gute Pferde züchten.

Auf dem Bild ist "Franziskus" abgebildet, ein Flemming - Eichberg III - Sohn; er ging als strahlender Siegerhengst der NRW-Kaltblutkörung 2005 hervor und entschied auch die HLP 2006 in Warendorf für sich.

 

Angesichts solch schöner Erfolge blicken wir mit Zuversicht in die Zukunft unseres Kreispferdezuchtvereins!